„Auf der Suche nach neuen, weiterführenden Ausdrucksmöglichkeiten für seine künstlerischen Anliegen baute er [Volkhard Precht] 1963 mit Rat und Unterstützung erfahrener Glasmacher und Techniker aus den heimischen Hütten einen kleinen Ofen, in dem er selbst Glas schmelzen konnte, um in Hüttentechnik Gefäße zu blasen.“

– Hans Peter Jakobson

Nur ein Jahr zuvor, 1962, und nicht durch das Informationsdefizit des ‚Eisernen Vorhangs‘ beeinträchtigt, entwickelten Harvey K. Littleton und Dominick Labino in den USA das erste Modell ihres Studioschmelzofens. Die so geborene Studioglasbewegung bahnte sich in den folgenden Jahrzehnten ihren Weg um die Welt. Heute sind vor allem Dänemark und Schweden für ihre hohe Dichte an Studioglashütten bekannt – aber auch in Großbritannien, den USA, Japan und sogar in Australien gibt es viele aktive Künstler.

Zur Würdigung und Anregung weiterer Entwicklungen möchte der Förderkreis des Museums für Glaskunst Lauscha e.V. in Zusammenarbeit mit dem Museum für Glaskunst ein mehrjähriges Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt organisieren.
Das Kernstück des Projektes wird eine Ausstellung im Museum mit Protagonisten der Europäischen Studioglasbewegung und den Künstlern, die in Lauscha in dieser Zeit wirkten, sein. Diese Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Glas und seinen Schöpfern haben Lauscha nachhaltig geprägt.


Eine ausführliche Beschreibung des Projektes finden Sie folgend:

Projekt „50 Jahre Studioglas in Europa“

Initiiert von einem Pionier der Glaskunst, der den ersten Studioglasofen von Europa 1963 in Lauscha errichtete, enwickelte sich das künstlerische Glas in der Moderne zu einer eigenständigen Kunstrichtung.

VP am Ofen

 Volkhard Precht mit Studioglasofen in Lauscha ca. 1966, Foto: Roland Kretzschmar

Zur Würdigung und Anregung weiterer Entwicklungen möchte der Förderkreis des Museums für Glaskunst Lauscha e.V. in Zusammenarbeit mit dem Museum für Glaskunst ein mehrjähriges Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt organisieren.

Eisch und Littleton

 Erwin Eisch ( D ) und Harvey Littelton ( USA) in Frauenau um 1966 Begründer der Studioglasbewegung

 

Ausstellung im Museum für Glaskunst Lauscha 2013

Das Kernstück des Projektes wird eine Ausstellung im Museum mit Protagonisten der Europäischen Studioglasbewegung und den Künstlern, die in Lauscha in dieser Zeit wirkten, sein.

Insbesondere die Internationalen Glassymposien, die in Lauscha stattfanden, haben sich äußerst positiv für die Enwicklung der Kunstrichtung des Studioglases erwiesen. Künstler aus dem In- und Ausland zog es hierher, manche blieben für immer und bereichern unsere kulturelle Landschaft.

Susanne Precht & Michael Drews

Susanne Precht und Michael Drews, der in Lauscha eine Studioglaswerkstatt führt

Diese Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Glas und seinen Schöpfern haben Lauscha nachhaltig geprägt.

Kaufmann Tulpe

Gläserne Tulpe, Regina Kaufmann- Glashagen , entstanden beim Workshop in Lauscha

Die Gläsernen Objekte, die Künstler und die Geschichten um das Studioglas sollen Inhalt unserer Exposition werden. Allen voran, als erster in Lauscha und eben auch in Europa, hat Volkhard Precht hinter dem „Eisernen Vorhang“ diese Entwicklung maßgeblich gestaltet.

Beinahe gleichzeitig vollzog sich eine ähnliche Entwicklung, ein neuer Umgang mit Glas als künstlerischem Werkstoff in vielen Ländern Europas und den USA.

Die umfangreiche eigene Sammlung von Studioglas des Museums soll gemeinsam mit Objekten der interessantesten Studioglas-Künstler und Arbeiten unserer langjährigen Glasfreunde Lauschas zu einer spannenden Schau zusammengestellt werden.

Lauschas Glasmuseum ist klein und besitzt eigentlich keine Sonderausstellungsflächen. Größtmöglichen Freiraum für das Projekt soll im Museum durch Umgruppierungen erreicht werden.

Das Faktum vieler leerstehender Schaufenster in Lauscha, hinter welchen sich oft alte Heimwerkstätten verbergen, brachte die Idee, dort ebenso einige Arbeiten zu zeigen.

Besonders die Objekte, die Raum benötigen und in keiner Vitrine im Museum zur Geltung kämen, würden davon profitieren.

glasswalk Haus Eines der Häuser am „glasswalk“ zwischen Farbglashütte, Hüttenplatz und Museum

Museum Zimmermann

Im Vordergrund Objekte von Jörg Zimmermann ,Urgestein der deutschen Studioglasbewegung, entstanden bei einem der Lauschaer Glassymposien im Museum für Glaskunst in Lauscha

Precht und Zimmermann

Volkhard Precht und Jörg Zimmermann

Künstler wie Erwin Eisch, Stanislaw Borowski, die Lauschaer Knye und Bechmann, Pavel Hlava aus Tschechien oder Mare Saare aus Estland sollten in der Exposition nicht fehlen.

Eisch Kopf

Glasskulptur von Erwin Eisch

 

Publikation zum Ausstellungsvorhaben

Arbeitstitel:
„50 Jahre Studioglas in Europa – Wege – Positionen – Begegnungen“

(Beziehung zur Entwicklung eines Zentrums individueller Kunst aus und mit Glas in Lauscha des 20. Jh. )

Broschüre mit verschiedenen Beiträgen zu den Ursprüngen der Enwicklung der Kunstrichtung „Studioglas“ unter den unterschiedlichen Bedingungen (Ost-West) oder Design und handwerkliche Ansätze in Skandinavien und Tschechien, künstlerische Ansätze in den Kunsthochschulen Europas. Die Entwicklung in Lauscha soll dabei in Beziehung zu den anderen Ursprüngen gesetzt werden.

Das Thema „Wege“ steht hier in Beziehung zu :

  • Wege zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Glas in eigener Regie und Werkstatt
  • War der Entwicklungsweg des Studioglases im 20. Jh. zwangsläufig ?
  • Verschiedene Wege des Entstehens von Glasstudiowerkstätten in Ost und Westdeutschland
  • Unterschiede des Herangehens der traditionellen Hochburgen des Designglases (Tschechien, Skandinavien…) hin zu künstlerisch eigenhändig gestalteten Werken im Mysterium Glas (Bsp. Mikko Merikallio, Finnland; Vladimir Klein,Tschechien; Willem Heesen, Niederlande)
  • Der Weg der Thüringer, speziell der Lauschaer Glasgestalter in die Selbständigkeit, politische Hürden
  • Die Rolle des Verbandes Bildender Künstler der DDR

Dieses darzustellen könnte uns sowohl in der Ausstellung im Museum und den Schaufenstern der Glassstadt, die symbolisch für diese Wege stehen, gelingen.

Eine Broschüre mit unterschiedlichen Sichtweisen, Autoren und Orten in Europa soll die Vielfalt des Phänomens Studioglaskunst beleuchten.

Sophia Dietrich

Autorin der Magisterarbeit „Studioglas in der DDR“, (ausgezeichnet mit dem Forschungspreis für Angewandte Kunst des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München 2011, http://www.zikg.eu/main/forsch/stipendi.htm

Herr Dr. Hauschke

„Europäisches Museum für Modernes Glas“

Karin Rühl

Glasmuseum Frauenau, Expertin der westdeutschen Studioglasszene

 und Stimmen aus dem ehemaligen Design-Glaszentren, wie Novy Bor (Tschechien) und den Skandinavischen Ländern sollten gehört werden.

Exemplarisch für die Entwicklung sollen im Buch einige Glaskünstler, deren Werdegang und ihre Arbeiten vorgestellt werden.

Susanne Precht

 Lauscha, den 12.Oktober 2012

1. Vorsitzende
Steinheiderweg 14, 98724 Lauscha
+49 (0) 36702 20779
Bitte Javascript aktivieren um die Email zu sehen, Danke!
www.precht-glas.de

 

Begleitende Aktionen zum Projekt, die durch die bereits tätige Bürgerarbeiterin organisiert werden sollen:

  • Vorträge, Gewinnen von entsprechend interessanten Experten,
  • Filmabende im Museum (Glas- und Glaskunstfilme),
  • Lesungen aus historischer Literatur,
  • Studienreisen in die zahlreichen Glasmuseen der näheren Umgebung erarbeiten,
  • Kinder- und Jugendangebote finden, Thematik „Studioglas” altersgerecht darstellen,
  • Senioren- Glasgäste im schwierigen Berggelände von Lauscha behilflich sein,
  • Anregung der Organisation von praktischen Workshops zum Thema,
  • Kooperation mit Fremdenführen in Lauscha „Glass-walk“, der bereits mit etlichen Informationstafeln an Gebäuden in Lauscha auch auf die Geschichte des Studioglases hinweist,
  • Besuche bei interessanten, heute noch lebenden Glaskunst-Vorreitern für Gäste organisieren und begleiten.