VII. Glassymposium 2004

Zu den teilnehmenden lokalen Künstlern wie Henry Knye, Susanne & Ulrich Precht kamen nationale Größen wie Hans-Joachim Ittig, Stephen & Nina Thorp sowie Regina & Norbert Kaufmann. Aber auch internationale Künstlern wie Bibi Smit und Anne Londal gehörten zu den Künstlern, die an dem Symposium teilnahmen und die Workshops und Ausstellung bereicherten.

Fotos von: Christina Roeber, Lutz Naumann, Precht

Foto: Christina Roeber

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Foto: Precht

Foto: Precht

Foto: Lutz Naumann

Foto: Precht

Foto: Lutz Naumann

Foto: Lutz Naumann

Foto: Lutz Naumann

Foto: Lutz Naumann

Foto: Lutz Naumann

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Künstlerportrait Herrmann von Ritterswürden

Foto: Lutz Naumann

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Künstlerportrait Bandhu Scott Dunham - Jetzt lesen!

Foto: Christina Roeber


Pressemeldung:
 
 

VII. Internationales Glassymposium Lauscha

Hot Glass and Flame Work 22. – 25.4.2004

In Lauscha / Thüringer Wald hat im April 2004 das VII. Internationale Glassymposium stattgefunden. Nachdem die beiden letzten Veranstaltungen dieser Art 1997 und 1999 sich getrennt zuerst mit dem Ofen- und dann mit dem Lampenglas beschäftigt hatten, gingen in diesem Jahr beide Richtungen wieder zusammen, so wie es bei den ersten Lauscher Glassymposien in den 1980er Jahren üblich war.

Mit 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern blieb die Anzahl Glaskünstler und –gestalter noch überschaubar, ermöglichte aber sehr wohl Einsicht in ein breites Spektrum zeitgenössischer kreativer Arbeit mit dem Material Glas. Zehn eingeladene Künstler, davon drei aus dem Ausland, arbeiteten, diskutierten und feierten mit 14 Lauschaer Teilnehmern sowie zahlreichen weiteren Gästen vier Tage lang. Nach der Eröffnung am Donnerstagabend erfolgte Freitag und Sonnabend die eigentliche Arbeitsphase in der Farbglashütte Lauscha, wo Ofenkapazitäten und Lampenarbeitsplätze zur Verfügung standen. Ausstellungen in der Farbglashütte (Arbeiten der Teilnehmer) und dem Museum für Glaskunst (Überblick über die Symposien 1980 bis 1997, ein Begleitbuch ist erschienen und kann über das Museum bestellt werden), Vorträge und Abendveranstaltungen rundeten das Programm ab. Am Sonntag gab es mit einem Tag der offenen Werkstatt einen weiteren Höhepunkt des Symposiums. Zwölf Werkstätten von Lampenglasbläsern, die Studioglashütte von Michael Drews und die Berufsfachschule Glas öffneten dem interessierten Publikum ihre Türen. In einigen Werkstätten arbeiteten auch auswärtige Symposiumsteilnehmer, so z.B. in Michael Drews Studioglashütte Regina Kaufmann, Hans-Joachim Ittig und der als Gast angereiste Jirí Suhájek (Prag). Die gute Atmosphäre und hervorragende Arbeitsergebnisse sind der beste Beleg für den Erfolg des Symposiums.

Auffällig war, wie sich gerade die eingeladenen Künstler auf ihre jeweils sehr eigene, zeitgemäße Art mit Techniken und Themen beschäftigten, die durchaus im Zusammenhang mit Lauschaer Traditionen stehen. Jens Gussek (Halle/Saale), Anne Loendal (Kopenhagen/Dänemark) und Bibi Smit (Amsterdam/Niederlande) ließen ofentechnisch gefertigte Gefäße von innen verspiegeln und schlossen damit an die Naßverspiegelung von Perlen, Christbaumschmuck und Rosenkugeln an, wie sie seit bald 150 Jahren in Lauscha eingesetzt wird. Diese begonnenen Arbeiten müssen noch in den heimischen Werkstätten zu Ende geführt werden. Bibi Smit hat verspiegelte Elemente mit aus Glasfaser gesponnenen Kokons verbunden. Am Thema der Kokons arbeitet sie schon einige Zeit und schließt damit auch bei Lauschaer Glasbläsern an, die im 19. Jahrhundert in halb Europa in Theatern und auf Jahrmärkten gegen Eintritt auftraten, um die Kunst der Glasspinnerei vorzuführen. Und in der Tat: Es war begeisternd, sie und die mit ihr arbeitende Anne Loendal bei der Glasspinnerei zu beobachten. Hans-Joachim Ittig (Wertheim) arbeitete neben Stücken in Ofentechnik auch gemeinsam mit Lauschaer Lampenglasbläsern, z.B. Jürgen Kob, an Kombinationstechniken zwischen beiden Metiers, wie sie seit den 1970er Jahren in Lauscha gepflegt werden. Fasziniert war das Publikum immer wieder über den Glasfluß, wenn Objekte in der Hütte gegossen wurden. Hier betätigten sich vor allem Nina und Stephen Thorp (Weißenfeld bei München), Regina Kaufmann (Glashagen bei Rostock), Jens Gussek und Ulrich Precht (Lauscha). Weiter arbeiteten in der Hütte Susanne Precht, Henry Knye und Reiner Bock (alle Lauscha).

Auch im Bereich der Arbeit vor der Lampe gab es im weiteren Sinn Verbindungen zu Lauschaer Traditionen. Bandhu Scott Dunham (Prescott, Arizona/USA) fertigte eines seiner kinetischen Objekte an: eine Art Maschine, an deren einem Rädchen gedreht werden kann und mittels Kraftübertragung sich daraufhin weitere Elemente bewegen. Die Anfertigung der zahlreichen Bauteile, war erheblich zeitaufwändiger und weniger spektakulär als die Montage des Objekts. Ebenso war es in den 1920er und 30er Jahren, als in Lauscha große Karussells aus vielen Einzelteilen montiert wurden, die sich ebenfalls drehten. Hermann Ritterswürden (Zwiesel), bekannt für seine mit Silberdraht montierten Glasobjekte, fertigte u.a. eine Deckeldose, die von drei Fischen gekrönt wird – etwas verspielt, wie so manches Objekt aus Lauschaer Tradition, aber übertragen in seine Formensprache der Montage mit Silberdraht. Die einheimischen Teilnehmer im Lampenglas experimentierten meist in ihren angestammten Arbeitsbereichen: Z.B. mischte Falk Bauer Farben mit Aventurinbeimischungen, um für seine Käfer neue Glanzeffekte zu entwickeln. Er setzte die neuen Käfer auf eine schwarze „Fantasy“-Blume von John Zinner. André Gutgesell, dem 2003 beim zweiten Immenhäuser Glaspreis der dritte Preis für im Dekor auf Grundformen reduzierte Gefäße zugesprochen worden war, arbeitete an flachen und hohen Objekten. Weiter arbeiteten vor der Lampe Mike Bäz-Dölle, Lutz Mitlacher, Thomas Müller-Litz, Herbert Müller-Sachs, Jana Brinkmann und Jens Müller-Schmoß (alle Lauscha).

Jeder Teilnehmer überließ ein oder zwei Objekte, entweder auf dem Symposium gefertigt oder für die Ausstellung während des Symposiums mitgebracht, dem Museum für Glaskunst. Dort werden sie bis in das Frühjahr 2005 in einer geschlossenen Ausstellungseinheit zu sehen sein.